ZITATE ZUM BEGRIFF "KUNST"

Dieter Körber

Kunst ist Schöpfung. Was sie hervorbringt, ist das Neue, das noch nicht Vorhandene. In jedem Werk ersteht eine neue Welt, die aus ihrer eigenen Mitte lebt. Der Künstler ist ein Offenbarender, der im Gewebe seiner Schöpfung letzte Zusammenhänge des Lebens enthüllt, welche er im Anschauen der Natur hellsichtig erkannt hat.

 

Max Beckmann

Darum sage ich nicht nur zum Künstler, sondern auch zum Beschauer: Liebt die Natur von ganzem Herzen, und es werden euch neue und ungeahnte Dinge in der Kunst aufgehen - denn Kunst ist nichts anderes als vollendete Natur.

 

Georg Simmel

Die Kunst ist unser Dank an Welt und Leben. Nachdem beide die sinnlichen und geistigen Auffassungsformen unseres Bewusstseins geschaffen haben, danken wir es ihnen, indem wir nun mit deren Hilfe noch einmal eine Welt und ein Leben erschaffen.

 

Edwin Volckmann

Kunst ist eine Welt für sich. Kunst fusst zu einem grossen Teil auf der Natur, aber sie ist nicht Natur. Kunst ist ein Ergebnis menschlichen Empfindens, Denkens und Schaffens.

 

Irene Marinoff

Die Kunst ist kein blosses Kultursachgebiet, das man neben anderen "Fächern" zu betreiben hätte. Sie erschliesst einen neuen Weg zur Wirklichkeit und führt dadurch zu einer Läuterung des Empfindungsvermögens und zu einer Weitung des Blicks, die den ganzen Menschen hebt und veredelt.

 

Paul Gauguin

Ein guter Rat: Arbeiten Sie nicht zu sehr nach der Natur. Kunst ist Abstraktion, holen Sie diese aus der Natur, indem Sie von ihr träumen.

 

Franz Marc

Die Kunst in ihrer reinsten Form ist immer die kühnste Trennung zwischen der Natur und der "Naturalität" gewesen. Sie ist die Brücke zur geistigen Welt.

 

Johann Wolfgang Goethe

Die Kunst ist Vermittlerin des Unaussprechlichen; darum scheint es eine Torheit, sie wieder durch Worte vermiteln zu wollen. Doch indem wir uns darin bemühen, findet sich für den Verstand so mancher Gewinn.

 

Khalil Gibran

Kunst ist ein Schritt von der Natur zur Unendlichkeit.

 

Oscar Wilde

Die Kunst ist stets weit abstrakter, als wir glauben. Form und Farbe erzählen von Form und Farbe - sonst nichts. Oft scheint mir, dass die Kunst den Künstler weit mehr verbirgt als offenbart.

 

Kasimir Malewitsch

Der Künstler kann nur dann Schöpfer sein, wenn die Formen auf seinem Bild nichts mit der Natur gemein haben. Denn Kunst ist die Fähigkeit, eine Konstruktion zu erschaffen, die nicht aus der Wechselbeziehung zwischen Formen und Farbe entsteht und auch nicht auf der Grundlage des ästhetischen Sinns für die Schönheit der Komposition, sondern auf der Grundlage der Bedeutung, Geschwindigkeit und Richtung der Bewegung.

 

Julia Wegat

Kunst ist es dann, wenn es Fenster öffnet. Wenn es die Sicht verändert. 

Kunst ist es, wenn ein bisschen Magie im Spiel ist, es nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, ein Zauber überspringt. 

Kunst ist es, wenn es erregt, bewegt.

Kunst ist es nicht, wenn es langweilt.

 

Jean Paul

Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.

 

Hermann Broch

Kunst ist, wird sie im weitesten Sinn genommen, immer Abbild des jeweiligen Menschen.

 

International Society for Education through Art

Kunst ist der organisierte Ausdruck der Reaktion eines menschlichen Wesens auf seine Erfahrungen. Kunst ist eine Lebenshaltung, die alle Formen menschlicher Aktivitäten umfasst. Kunst ist für jedermann.

 

Ludwig van Beethoven

Echte Kunst ist eigensinnig.

 

Friedrich Dürrenmatt

Kunst ist Mut, dies immer wieder zu tun, Beharrlichkeit, nicht abzulassen, Ursprünglichkeit, zu sehen, dass die Welt immer von neuem entdeckt und erobert werden muss.

 

Wladimir Weidlé

Die Kunst ist eine Tat, ein Wort, ein lebendiges Feuer, ein Funke, der von Mensch zu Mensch überspringt.

 

Pablo Picasso

Es gibt kilometerweise Bilder "in der Manier von...", doch einen jungen Mann, der in seiner eigenen Manier malt, findet man selten.

 

Jeder möchte die Kunst verstehen. Warum versucht man nicht, die Lieder eines Vogels zu verstehen? Warum liebt man die Nacht, die Blumen, alles um uns her, ohne es durchaus verstehen zu wollen? Aber wenn es um ein Bild geht, denken die Leute, sie müssen es verstehen. Menschen, die Bilder erklären wollen, bellen für gewöhnlich den falschen Baum an. 

 

Über Bilder lässt sich nichts sagen, man liebt sie oder verabscheut sie. aber mit Worten lassen sie sich nicht erklären.

 

Ein Bild ist nicht von vornherein fertig ausgedacht und festgelegt. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Masse wie die Gedanken. Und wenn es fertig ist, verändert es sich immer weiter, entsprechend der jeweiligen Gemütsverfassung desjenigen, der es gerade betrachtet. Ein Bild lebt sein eigenes Leben wie ein lebendiges Geschöpf, und es unterliegt den gleichen Veränderungen, denen wir im alltäglichen Leben unterworfen sind. Das ist ganz natürlich, da das Bild nur Leben hat durch den Menschen, der es betrachtet.

 

In einem gewissen Masse sind wir alle Autodidakten. 

Heute sind wir in der glücklichen Lage, keine Ordnung und keinen Kanon mehr zu haben, die die künstlerische Produktion bestimmten Regeln unterwerfen. Die Griechen, Römer, Ägypter hatten ihre Regeln. Ihrem Kanon konnte sich niemand entziehen, weil die sogenannte Schönheit durch Definition in diesen Regeln enthalten war. Aber sobald die Kunst jede Verbindung zur Tradition verloren hatte und jede Befreiung, die mit dem Impressionismus begann, jedem Maler gestattete, zu tun, was er wollte, war es mit der Malerei vorbei. Als man sich darauf einigte, dass es auf die Gefühle und Emotionen des Malers ankomme, dass jeder die Malerei neu schaffen könne, so, wie er sie verstand, ganz gleich, wo er begann, da gab es keine Malerei mehr. Es gab nur noch Individuen.

Die Maler leben nicht mehr innerhalb einer Tradition, und so muss jeder von uns alle seine Ausdrucksmöglichkeiten neu erschaffen. Jeder moderne Maler hat das vollkommene Recht, diese Sprache von A bis Z zu erfinden. Kein Kriterium kann a priori auf ihn angewandt werden, weil wir nicht mehr an strenge Massstäbe glauben. In gewissem Sinne ist das eine Befreiung, aber gleichzeitig ist es eine ungeheure Begrenzung, denn wenn die Individualität des Künstlers beginnt, sich auszudrücken, verliert er das, was er an Freiheit gewinnt, an Ordnung. Und wenn du nicht mehr in der Lage bist, dich einer Ordnung zu unterwerfen, dann ist das im Grunde ein gefährlicher Nachteil.

 

Jeff Koons

Das Interessante an der Kunst ist, dass sie nicht in den Objekten liegt, nicht in den Gemälden und Skulpturen in den Museen. Diese Objekte sind nur Übersetzer. Sie sind Zünder. Die eigentliche Kunst entsteht erst in den Köpfen der Betrachter. Kunst ist, den Sinn dessen, was möglich ist, im Betrachter zu stimulieren. Ich habe immer versucht, einen Dialog und überhaupt auch erst ein Vokabular dafür herzustellen, um den Betrachter so schnell und so direkt wie möglich Transzendenz erfahren zu lassen, also die Erfahrung, über seinen Horizont herauszusehen. 

Es geht darum, die Erfahrungen, die das Leben bietet, zu reflektieren. Um dann, aus dieser Lebenserfahrung, Parameter zu schöpfen, die möglichst weit sind, aber doch so, dass viele für sich einen Anknüpfungspunkt finden.

Alain Berset

Die Kunst schafft einen Freiraum, wo Fragen gestellt werden können, die nirgendwo sonst ihren Platz haben. Die Kunst ist ein Experimentierfeld ohnegleichen für neue Ideen. Sie ist ein Synonym für Erneuerung und Austausch. Und schliesslich, das wollen wir nicht vergessen, ist die Kunst für den Menschen Quelle des Vergnügens, die es ihm erlaubt, sich zu verwirklichen und sich zu entspannen. Ohne Kunst gibt es keine Menschlichkeit, keine Zivilisation, kein gemeinschaftliches Leben.